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Einfache Sprache
Ottheinrich, erster Landesfürst und beeindruckende Persönlichkeit, ist in seiner Begeisterung für die Künste und seiner allumfassenden Sammeltätigkeit ein typischer Renaissancefürst. Er beauftragte namhafte Maler und Bildhauer seiner Zeit, engagierte die führenden Plattner zur Fertigung von Prunkharnischen für seine Rüstkammer, förderte Medaillenkunst und Miniaturmalerei mit wichtigen Bestellungen und begründete als einer der bedeutendsten Büchersammler des 16. Jahrhunderts die heute im Vatikan beheimatete „Bibliotheca Palatina“. In außergewöhnlicher Weise – gemessen am Rang seines kleinen Fürstentums – kaufte und beauftragte Ottheinrich großformatige Bildteppiche, die an den Höfen Europas zu den teuersten Kostbarkeiten fürstlicher Repräsentation zählten. Er erwarb ganze Serien, ließ familiengeschichtliche Teppiche nach Entwurf seines Hofmalers in Brüssel anfertigen und unterhielt schließlich ein eigenes Wirkeratelier in Neuburg. Die drei Teppiche mit den lebensgroßen Bildnissen der Brüder Ottheinrich und Philipp und der Gemahlin Ottheinrichs, Susanna, zählen zu den kostbarsten Stücken dieser einst so umfangreichen Teppichsammlung. Selbstbewusst inszeniert sich der Landesherr mit Frau und Bruder, umrahmt von den Wappen ihrer Vorfahren. Die illustre Ahnenreihe legitimierte den politischen Anspruch des jungen Fürsten aus altem Herrschergeschlecht auf die Pfälzer Kurwürde – sein wartend erb. Ottheinrichs Kunstsammlungen sind heute über die großen Museen Europas verstreut. Ein Kernbestand jedoch ist im Residenzschloss Neuburg zu sehen.