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Die Schlosskapelle wurde im Auftrag Pfalzgraf Ottheinrichs (1502-1559) auf trapezförmigem Grundriss zwischen seinem Festsaalbau im Westen und dem Wohntrakt im Nordflügel des Schlosses eingepasst. Erstmals wurde dabei ein protestantischer Kirchenraum mit biblischen Bildern zur Glaubensunterweisung geschmückt. Die Ausmalung besorgte Hans Bocksberger d.Ä., der zuvor in der Landshuter Stadtresidenz von Ottheinrichs Schwager, Herzog Ludwig X. von Bayern-Landshut (1495-1545), wirkte. Die Szenen aus den Leben Mose und Jesu beziehen sich auf die lutherische Rechtfertigungslehre und die protestantischen Sakramente Taufe und Abendmahl. Als Vorlagen dienten gedruckte Bilderbibeln, vor allem die „Biblischen Historien“ des Hans Sebald Beham von 1533. Der Bilderzyklus füllt mit über 40 Einzelszenen das Emporengeschoss sowie das flache Muldengewölbe, das rippenlos den Raum überspannt. Die zentrale Darstellung der Himmelfahrt Christi zählt zu den großartigsten Deckengemälden dieser Zeit in Süddeutschland und gilt als Wegbereiter für die illusionistische Deckenmalerei des Barock. Die umlaufende Empore mit Stuckreliefs und dem pfalz-bayerischen Wappen im Zentrum jeder Seite ist nur für die Altarnische unterbrochen. Die Malereireste in der Kassettendecke zeigen Christi Leidenswerkzeuge und die Evangelisten. Nicht mehr erhalten ist die bauzeitliche Kanzel, die aber am Übergang zum Kirchenraum nachgewiesen werden konnte. Der Bauschmuck besteht wie in Ottheinrichs Festbau aus Rotmarmor und Solnhofer Kalkstein.