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Einfache Sprache
Der leuchtend blau gefasste Grottenraum verfügt als einziger über einen Bodenbelag aus Solnhofener Platten. Seine Wände sind durch Gesimse in drei horizontale Zonen unterteilt. In der Sockelzone finden sich Pilaster, die ursprünglich sieben mit Muscheln verkleidete Figuren trugen, wie sie im Zugangsraum zum Höfchen zu sehen sind. Sie wechselten sich in der mittleren Wandzone mit den an Schleifen aufgehängten Füllhörnern im Muscheldekor ab. Die oberste Zone schmücken Festongehänge sowie große Blumenvasen zu Seiten der Durchgänge. Den Wandpfeiler zur Terrasse ziert ein muschelumrahmter Spiegel. Die Laibungen der Durchgänge nehmen vier Nischen mit Nereiden auf. Nereiden sind Nymphen des Meeres und Begleiterinnen Neptuns, die Schiffbrüchige beschützen und Seeleute mit Spielen unterhalten. Wie alle Bildwerke dieses Raums sind sie aus Holz geschnitzt und vollständig mit Muscheln verkleidet. An der Decke dominiert die Darstellung der Tierkreiszeichen, während in den Ecken Fratzen mit den Buchstaben der Himmelsrichtungen die Winde darstellen. Gerade hier wird die Fragilität der Grottenanlage im Zusammenspiel von Wind, Wetter und künstlichen Wasserspielen deutlich. Der Bauherr und die ausführenden Künstler hatten keineswegs damit gerechnet, dass die Räume nach über 350 Jahren immer noch existieren würden. Im Barock stand das höfische Vergnügen für die Zeitgenossen im Vordergrund.