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Karl Philipp (1661-1742) folgte 1716 auf seinen ohne Erben verstorbenen Bruder als Herzog von Pfalz-Neuburg, Jülich und Berg und Kurfürst von der Pfalz. Seit 1706 hatte er als kaiserlicher Statthalter Tirols in Innsbruck residiert. Am 22. Mai 1717 hielt er Einzug in Neuburg, von wo aus er bis August 1718 seine vier Territorien regierte. Nach kurzer Station in Heidelberg verlegte er 1720 seine Residenz nach Mannheim, wo er den Schlossbau begann und die Stadt planmäßig anlegen ließ. Nicht nur in Innsbruck und Mannheim, auch in seiner kurzen Neuburger Zeit hielt Karl Philipp glänzend Hof. Er ließ den zweigeschossigen Konzertsaal im Nordturm des barocken Osttrakts neu ausmalen und von seinem Hofarchitekten Alessandro Galli Bibiena aus der berühmten Dynastie italienischer Bühnenarchitekten Operndekorationen entwerfen. Dreimal vermählt – zweimal mit polnischen Fürstentöchtern, zuletzt mit einer Gräfin von Thurn und Taxis – hatte Karl Philipp nur eine Tochter aus erster Ehe. Bei seinem Tod 1742 starb somit die Linie Pfalz-Neuburg aus. Vorausschauend vermählte Karl Philipp seine Tochter mit Joseph Karl Emanuel (1694-1729), dem Erbprinzen von Pfalz-Sulzbach, und band dieses 1656 abgespaltene Fürstentum wieder an Neuburg. Als sein Schwiegersohn früh verstarb, plante er die Hochzeit seiner Enkelin Elisabeth Auguste mit ihrem Cousin Karl Theodor, nun Herzog von Sulzbach, und sicherte damit die Erbfolge für seine Lande. Für das junge Paar ließ er diesen Trakt des Neuburger Schlosses um 1740 mit seinen schönen Stuckdecken des Rokoko versehen.