Sprache
Einfache Sprache
Auf vielen größeren Bauernhöfen gab es einen freistehenden Backofen. In dem gemauerten und überdachten Ofen wurde regelmäßig Brot gebacken – meistens ein mal in der Woche. Das Brotbacken hat seinen festen Ablauf. Schon vor dem Backtag wird der Sauerteig für das Brot angesetzt. Tags darauf kneten die Backfrauen den Teig, füllen ihn portionsweise in Brotkörbchen aus Strohgeflecht und lassen ihn nochmals gehen. Etwa zwei Stunden vor dem Backen wird der Ofen angeheizt. Mit Holzscheiten, Reisig und Spänen wird das Ofengewölbe befeuert. Ist die gewünschte Hitze von etwa 200 Grad erreicht, wird die Glut herausgezogen, die Backfläche mit Stroh oder Reisig ausgekehrt und mit einem nassen Hadern saubergewischt. Jetzt werden die Laibe aus ihren Gärkörben auf die hölzerne Backschaufel gekippt und in den Ofen geschoben. Dieses sogenannte „Einschiessen“ muss schnell gehen, damit alle Brote in etwa die gleiche Backzeit bekommen. Das Brot ist fertig, wenn es beim Klopfen auf seine Unterseite hohl klingt. Herrlich duftend und mit brauner Kruste kommt es aus dem Ofen. Brotlaibe, die nicht gleich verbraucht wurden, wurden luftig und trocken gelagert. Dazu diente ein hölzernes, vor Mäusen sicheres Wandgestell.