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Dieser Stadel stammt aus der Nähe von Neumarkt-St. Veit im Landkreis Mühldorf. Auffällig sind die Holzgitter vor seinen Bretterwänden. Sie werden als Bundwerk bezeichnet. Solches Bundwerk war der Stolz einerseits der Zimmerer, andererseits der Bauern, die sich solchen Zierrat an Wirtschaftsgebäuden leisteten. Gleichzeitig hatte es eine statische Funktion. Bundwerk trägt das Dach und hält die Tore auch ohne Verbretterung. In Bayern war diese Bautechnik vor allem im südlichen Niederbayern und nordöstlichen Oberbayern verbreitet. Die Blütezeit des Bundwerks liegt in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Da wurde es manchmal auch mit geschnitzten Kanten und farbiger Malerei verziert. Der Stadel am Heilmeierhof trägt auch an der Giebelwand ein Bundwerk. Die Balken sind in Gitterform diagonal über Kreuz verbunden. Holznägel halten das Gebälk zusammen. Das große Fach aus engmaschigem Gitter findet sich hier sogar an beiden Giebelseiten, an der Hof-Innen- und Außenseite. Weitere Bundwerke sind im Freilichtmuseum am Schusteröderhof und am Kochhof zu sehen.