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Einfache Sprache
Ein zentrales Ereignis in der Generationenabfolge auf einem Bauernhof war die Hochzeit. Mit einer Bauernhochzeit war meist die Hofübergabe an den Bräutigam verbunden. Oder aber ein Ehepartner war verstorben und eine Wiederverheiratung war nötig, damit der bisherige Besitzer den Hof weiterführen konnte. Im Vorfeld der Hochzeit handelte ein Heiratsvermittler – auch „Schmuser“ genannt – Heiratsgut und Mitgift der Braut aus. Die Brauteltern mussten auch wissen, daß die Geschwister des Bräutigams ausbezahlt werden und dem jungen Bauernpaar der Hof sicher ist. War alles Rechtliche besiegelt, ging ein Hochzeitslader durchs Dorf und lud persönlich zur Feier ein. Er suchte auch ein Wirtshaus und die Musikanten aus. In der Zwischenzeit wurde die Aussteuer der Braut vervollständigt. Einige gute Stücke wie Flachsstränge, Leintuch, Bettzeug, Handtücher, Wachskerzen und Heiligenbilder waren meist schon zurückgelegt. Nun kam eine Näherin auf den Hof und gemeinsam wurde an weiterer Wäsche und Kleidung gewebt, genäht und gestickt. Auch wurden Schreiner und Sattler beauftragt, um Betschemel, Polstersessel, Bett, Schrank und Truhe anzufertigen. Arme Bräute mussten sich ausgediente Möbelstücke erbetteln. Die gesamte Aussteuer samt Hausrat und einem Spinnrad wurde gut sichtbar auf dem sogenannten „Kammerwagen“ aufgebaut. Die Braut fuhr mit dem Kammerwagen-Gespann zum Hof des Bräutigams. So war für die ganze Dorfbevölkerung sichtbar, ob der Bräutigam „einen guten Fang gemacht hat“.