Sprache
Einfache Sprache
Kindersterblichkeit und Kinderarmut – das sind bedrückende Worte, die man heute vor allem aus anderen Regionen der Welt kennt. Doch gab es auch bei uns Zeiten, in denen es nicht selbstverständlich war, dass Kinder gesund aufwuchsen und gut versorgt waren. Hier am Sachl lebte vor und während der Kriegszeiten, von 1903 bis 1946, Alois Graf mit Frau und Kindern. Er verdiente den Lebensunterhalt für seine Familie mit einer kleinen Landwirschaft und nebenbei als Weber, als Steinhauer und indem er Versicherungsbeiträge für die Krankenkasse einsammelte. Zwei der vier Graf-Geschwister starben schon im Kindesalter. Nachdem auch die Mutter jung verstorben war, blieben dem Vater nur noch Anna und Karolina. Bestimmt mussten die beiden Mädel von Kindheit an bei den vielen Arbeiten auf dem Anwesen mithelfen. Die ältere der beiden Schwestern hatte dann auch noch die Mutterrolle für die jüngere zu übernehmen. Zum Spielen blieb da wenig Zeit. Und schon einfaches Spielzeug wie ein Holzpferd oder eine Strohpuppe waren eine große Freude. Statt eines warmen Kinderzimmers gab es lediglich diese unbeheizte Dachkammer, in der Sie stehen. Die Ritzen der Bretterwände stopfte man provisorisch mit Lumpen und Schafwolle, wenn im Winter kalter Wind das Haus umwehte. Lagen die Schwestern zu zweit auf dem harten Strohsack unter dem dünnen Zudeck, konnten sie sich zumindest gegenseitig ein bisschen wärmen.