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Pfalzgraf Philipp Wilhelm (1615-1690), Bauherr des barocken Ostflügels, ließ in seinen neuen Residenztrakt eine reich gestaltete Grottenanlage mit künstlichen Wasserspielen integrieren. Vorbildlich waren vor allem französische Grottenanlagen. Zur Ausführung berief der Neuburger Pfalzgraf 1667 einen Grottenmeister aus Augsburg. Charakteristisch für die Neuburger Anlage im Typus der Casinogrotte ist das Verschmelzen von Schlossgebäude und Grotte, von Innenraum und Freiraum. Den Auftakt zur Grotte bildet ein Höfchen mit Loggia und Brunnenbassin. Durch die mit Tuffstein ausgekleidete Große Grottenhalle gelangt man in das Erdgeschoss des nördlichen Schlossturms, in dem vier weitere, sehr verschiedenartige Grottenräume die Aufmerksamkeit fesseln. Alle Räume öffnen sich in Arkaden zur großen Schlossterrasse. Der kleine Treppenturm neben der Grottenhalle diente einst als Verbindung zwischen der Grotte und dem festlichen Speisesaal im zweiten Obergeschoss des Rundturms, dem ein kleines Gärtchen auf dem Altan über der Grotte vorgelagert war. Zur höfischen Belustigung waren die Schlossgrotten mit Effekten und künstlichen Wasserspielen ausgestattet, die den Besucher aus Figuren, Ornamenten und Bodenöffnungen unvermutet mit Wasser bespritzten. Auch wenn die Wasserspiele nicht rekonstruiert werden konnten, vermittelt die 1986-90 aufwändig restaurierte Grottenanlage noch heute viel vom Reiz dieser höfischen Lustbarkeit der Barockzeit.