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Einfache Sprache
Hier ist der Name Programm: Noch mehr als bereits im Großen Saal geht es hier um den ruhmreichen Sieg Max Emanuels über die Türken. Überall finden sich Huldigungsmotive auf den Ruhm des Kurfürsten. In drei schmalen hohen Wandschränken, die in die östliche Wand eingelassen sind, waren osmanische Beutefahnen aufbewahrt. Zu besonderen Anlässen wurde sie den staunenden Besuchern gezeigt. Zudem künden neun monumentale Gemälde Franz Josef Beichs von den siegreichen Schlachten Max Emanuels in den Türkenkriegen 1683-88. Ein weiteres Monumentalgemälde an der Ausgangswand zeigt die beiden Söhne des Kurfürsten – ebenfalls als siegreiche Feldherrn. Das Talent zur Kriegsführung liegt also in der Familie. Zumindest will uns das diese Zusammenstellung weismachen. Das Deckenfresko schuf wieder Jacopo Amigoni. Es zeigt Aeneas vor Königin Dido von Karthago. Nachdem Aeneas aus dem brennenden Troja flüchten musste, findet er bei ihr Aufnahme. Daran ist wiederum seine Mutter Venus nicht ganz unschuldig: Sie bahnt eine Liebesbeziehung zwischen den beiden an. Auf einer Staffelei finden Sie eine kleine Ölskizze Amigonis zum großen Deckenfresko. Es ist überaus reizvoll, die schnell hingeworfene Komposition der kleinen Leinwand mit der großen Ausführung auf frischem Putz an der Decke zu vergleichen. Max Emanuel dürfte diese Darstellung ganz auf sich selbst bezogen haben: Wie Aeneas so ist auch er wegen eines verlorenen Krieges zur Flucht aus seiner Heimat gezwungen – nur dass es bei ihm nicht der trojanische, sondern der spanische Erbfolgekrieg war. Der Kurfürst hatte sich aus strategischen Gründen mit Frankreich verbündet und wurde vom Kaiser verbannt. Wie Aeneas hoffte auch Max Emanuel auf einen guten Ausgang der Geschichte: Auf eine große Niederlage sollte ein noch größerer Aufstieg folgen. Auch im Falle des Kurfürsten wird dieser Traum nach seinem Tod 1726 Wirklichkeit. Max Emanuels Sohn Carl Albrecht wird zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Aber das ist wieder eine andere Geschichte. Wir gehen nun durch die Große Galerie in das rote Appartement des Kurfürsten.