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Einfache Sprache
Der außerordentlich kostbare Ornat aus rotem Seidensamt mit üppiger Goldstickerei ist wohl bald nach der Gründung des Neuburger Konvents zu Beginn des 18. Jahrhunderts entstanden und gehört mit dem Wappen-Ornat zu den ältesten Gewändern aus dem Neuburger Paramentenschatz. Er nimmt aufgrund seines Bezugs zur Ordensheiligen und Kirchenpatronin eine Sonderstellung ein und wurde am Festtag der als Märtyrerin gestorbenen hl. Ursula (21. Oktober) verwendet. Als Ornat in der liturgischen Farbe Rot wurde er auch am Palmsonntag, Karfreitag, zur Pfingstzeit und am Fest der Kreuzerhöhung genutzt. Wie alle Neuburger Ornate besteht er aus vielen Teilen – drei Kaseln für die Priester, zwei Dalmatiken für die Diakone, die zugehörigen Manipel und Stolen, einem Pluviale sowie drei Kelchgarnituren aus Palla, Kelchvelum und Bursa. Um 1722 wurde der Ornat um die Antependien für den Hauptaltar und die beiden Seitenaltäre ergänzt. Ihre Bilder stehen in enger Verbindung zu den Altargemälden von Franz Hagen, die noch heute in der Kirche zu sehen sind. Die Darstellungen der hl. Ursula, des hl. Augustinus als dem Ordensvater sowie der hl. Familie beziehen sich auf die Lebenswelt der Ursulinen. Dies gilt auch für das Antependium des Hauptaltars mit der Darstellung der klugen und törichten Jungfrauen, das passend zum Nonnenorden Frauen in den Mittelpunkt stellt. Die Fertigung eines derart virtuos in Nadelmalerei gestickten Antependiums beanspruchte mehrere Jahre und wurde von mehreren Stickerinnen ausgeführt.